Richtiges Zitieren – das Fundament einer jeden wissenschaftlichen Arbeit

Eva Schürmann-LanwerStudium/Wissenschaftliches Arbeiten

richtiges Zitieren - wissenschaftliche Arbeit

Die Masterarbeit geht von Grund auf mit viel Arbeit und oftmals durchwachten Nächten einher, in denen man dicke Bücher wälzt. Ohne fremde Quellen, aus denen Sie Ihr Wissen beziehen, ist das Verfassen einer fundierten Arbeit kaum möglich.

Schlussendlich möchten die Personen, die Ihre Arbeit lesen und auch bewerten, wissen, woher Ihr Wissen rührt. Theoretisch könnten Sie sich alles einfach ausdenken. Um die falsche Wiedergabe von Informationen zu vermeiden, benötigen Sie Quellenangaben.

Diese müssen richtig zitiert werden, sodass sich der Ursprung Ihrer Informationen eindeutig und logisch nachvollziehen lässt. Es genügt nicht, am Ende einer Seite alle verwendeten Bücher aufzulisten. Ihre Zitate sollten deutlich gekennzeichnet sein, und Ihren Quellenangaben sollte man entnehmen können, wann sie veröffentlich wurden, wer der Autor*die Autorin ist und welcher Seite des Werks Sie das Zitat entnommen haben. Zu viel auf einmal? Beginnen wir von vorne!

Direkte und indirekte Zitate

Als direktes Zitieren bezeichnet man das wortgetreue Wiedergeben einer bestimmten in einer Quelle vorzufindenden Äußerung. Ein solches wortwörtliches Zitat beginnt und endet immer mit der deutschen Variante der Anführungszeichen: „Anfang des Zitats und Ende des Zitats“.
Der Wortlaut wird nicht verändert, ebenso wenig die Schreibweise. Das heißt, dass Sie die Passage samt Zeichensetzung und Fehlern übernehmen müssen. Da einige alte Texte seit der Rechtschreibreform als fehlerbehaftet einzustufen sind, kennzeichnen Sie diese am besten mit [sic]. So verdeutlichen Sie, dass ein Fehler nicht auf Sie zurückzuführen ist, sondern bereits vorhanden war.

Ebenfalls zum Einsatz kommen die eckigen Klammern, wenn Sie Bestandteile des Zitats auslassen. Durch [..] wird die Auslassung eines Wortes kenntlich, durch […] die Auslassung mehrerer Wörter. Achtung: Das Auslassen von Bestandteilen zu Anfang oder Ende des Zitats wird nicht hervorgehoben.
Wichtig ist auch die Beachtung der Drei-Zeilen-Regel: Überschreitet das Zitat drei Zeilen, so muss es durch Einrücken vom Rest des Textes abgehoben werden.

Im Falle eines indirekten Zitats greift man die Meinung oder die Ergebnisse einer Quelle auf, gibt sie aber in einem anderen Wortlaut wieder, zum Beispiel: „Laut XY sind korrekte Quellenangaben notwendig.“ Auch hier muss eine Quellenangabe angefügt und gekennzeichnet werden, welchen Teil genau Sie der Quellenangabe zuordnen – dies wird mit Anführungszeichen deutlich gemacht. Sollten Sie nur Satzteile übernehmen, empfiehlt es sich, eckige Klammern und Auslassungspunkte zu nutzen, beispielsweise: XY ist der Auffassung, dass Quellen nur heranziehen sollte, falls sie „[…] aussagekräftig erscheinen und eine Aussage unterstützen“ (vgl. XY 1992, S .60).

Zitierweise und Literaturverzeichnis

Es gilt, zwei Formen des Zitierens zu unterscheiden: die deutsche Zitierweise und die amerikanische. Welche Sie wählen, hängt von den Vorgaben Ihrer Hochschule oder Universität ab.

Im Falle der deutschen Zitierweise werden die Quellen von Zitaten in Form von Fußnoten aufgeführt. Bedient man sich der amerikanischen Zitierweise, werden die Quellen im Kontext der zitierten Passage im Fließtext festgehalten.

Was ist eine Quelle?

Auch mit Blick auf Quellen ist es wichtig, zu differenzieren: Man unterteilt in Primär- und Sekundärliteratur, Printmedien und Internetquellen.

Der Begriff der Primärliteratur bezeichnet das Werk an sich, beispielsweise eine Kurzgeschichte von einem berühmten Schriftsteller. Sekundärliteratur hingegen umfasst Schriftstücke, die sich mit der Kurzgeschichte befassen, also beispielsweise eine Interpretation leisten.

Der Unterschied zwischen Printmedien und Internetquellen ist schnell erfasst: Den Printmedien sind alle gedruckten Stücke, beispielsweise Bücher, Zeitungen und Magazine, zuzuordnen. Da das Einholen von Informationen aus dem Internet nicht mehr wegzudenken ist, spielen Internetquellen mittlerweile ebenfalls eine wichtige Rolle für das wissenschaftliche Arbeiten.

unverzichtbare Angaben

Stets anzuführen sind der Autor*die Autorin, das Veröffentlichungsjahr sowie die Seite des Werks, der eine bestimmte Passage entnommen wurde. Diese Reihenfolge wird üblicherweise verwendet, sofern die Vorgaben der Hochschule oder Universität nicht anders lauten.

Wird Sekundärliteratur verwendet, sollte man, falls die Primärliteratur bekannt ist, sowohl das eine als auch das andere in die Quellenangabe einbeziehen, sodass sich Folgendes ergibt: Original 1948, S. 11, zitiert nach XY 2016, S. 210.

Die besondere Rolle von Internetquellen

Das Heranziehen von Internetquellen ist heute keine Seltenheit mehr. Sie nehmen in den Quellenangaben jedoch nach wie vor eine Sonderposition ein. Man sollte hier ebenfalls den Autor*die Autorin, das Veröffentlichungsjahr sowie die relevante Seiten (sofern vorhanden, beispielsweise im Falle von PDF-Dokumenten) angeben. Sollten sich kein*e Autor*in und/oder Veröffentlichungsdaten finden lassen, gilt es, zu hinterfragen, wie sinnvoll, notwendig und vertrauenswürdig die Quelle ist.

Im Quellenverzeichnis sollten Sie zusätzlich die genaue Internetadresse und das Abrufdatum festhalten. Das Internet ist schnelllebig, und oftmals werden Artikel aus dem Netz genommen oder aktualisiert.

Richtiges Zitieren schont die Nerven.

Von Anfang an richtig zu zitieren, während man seine Masterarbeit verfasst, mag vielen haarsträubend erscheinen. Doch es spart viel Aufwand. Nach Vollendung des Schreibprozesses alle relevanten Quellen zusammenzusuchen, kostet Sie Zeit, die Sie in die Korrektur investieren könnten. Setzen Sie sich deshalb im Vorfeld mit den Anforderungen an wissenschaftliches Zitieren auseinander, und pflegen Sie die Quellenangaben ebenso wie das Literaturverzeichnis von Anfang an.

Tipps und Tricks zum Verwenden von Zitaten

Beachten Sie diese Regeln, sollte das richtige Zitieren kein Problem mehr darstellen. Einige Tipps und Tricks möchten wir Ihnen aber noch mit auf den Weg geben:

1. gut dosiert verwenden

Zitate sollten Ihre Argumentation bereichern und unterstützen. Daher sind sie eher sparsam und nur dann zu nutzen, wenn Sie der Ansicht sind, dass es sinnvoll ist und der Autor*die Autorin es auf den Punkt gebracht hat.

2. flüssige Schreibweise

Zitate sollten möglichst flüssig in den Text integriert werden. Da Sie als Bereicherung dienen, sollten sie sich gut lesen lassen und keinen holprigen Text entstehen lassen, indem sie lieblos und ohne Hintergedanken eingefügt werden.

3. Aneinanderreihungen vermeiden

Mit Ihrem Text präsentieren Sie von Ihnen angeeignetes Wissen. Zitate bilden aber immer noch das Gedankengut anderer. Ein Aneinanderreihen ist somit zu vermeiden, denn dies weist darauf hin, dass Sie das Thema nicht ausreichend durchdrungen haben, um es in eigenen Worten wiedergeben zu können. Zudem sollten Sie sich nicht ausschließlich direkter oder indirekter Zitate bedienen, sondern eine passende Mischung integrieren.

Das Einhalten dieser Regeln und das Beachten der Tipps machen richtiges Zitieren in Ihrer Masterarbeit möglich. Wenn Sie sich von Anfang an genügend Zeit dafür nehmen, können Sie sich viel Leid und Ärger sparen. Viel Erfolg beim Schreiben und Zitieren!