Wissenschaftliches Arbeiten – Wie gelingt es?

Eva Schürmann-LanwerStudium/Wissenschaftliches Arbeiten

Themenauswahl der wissenschaftlichen Arbeit

Wissenschaftliches Arbeiten ist für manch einen ein Schreckgespenst, dem man im wabernden Nebel der Entscheidung zwischen verschiedenen Prüfungsleistungen im Laufe der Studienzeit erfolgreich aus dem Weg gehen konnte, bis kein Weg mehr daran vorbeiführt, weil schneller als erwartet die Abschlussarbeit ansteht. Wir zeigen Ihnen, dass alles gar nicht so schlimm ist wie gedacht, wenn Sie folgende Tipps beherzigen.

Legen Sie ein Thema für Ihre wissenschaftliche Arbeit fest.

Themen für wissenschaftliche Arbeiten gibt es wahrscheinlich wie Sand am Meer. Trotzdem kann einen die Suche nach einem geeigneten Thema in den Wahnsinn treiben. Hier hilft es oft, in sich zu gehen und zu überlegen, welche Themen einen interessieren oder in welchem Bereich man im Anschluss an das Studium tätig sein möchte. Vielleicht lässt sich das Thema Ihrer wissenschaftliche Arbeit auch mit einer aktuellen Werkstudenten-Stelle verbinden. Oft hilft es, Freund*innen, Kommiliton*innen, Kolleg*innen oder Professor*innen um Rat zu bitten. Gerade Letztere haben einfach mehr Erfahrung mit dem Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten und können häufig hilfreiche Tipps geben.
Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Thema bietet auch das Internet. Wer schon eine ungefähre Richtung hat, kann hier weiterstöbern und findet oft noch mehr interessante Ansätze und Fallbeispiele.

Der Aufbau Ihrer wissenschaftlichen Arbeit

Noch bevor Sie mit dem Schreiben beginnen, sollten Sie sich Gedanken über den Aufbau Ihrer Hausarbeit oder Abschlussarbeit machen. Ein häufiger Fehler besteht darin, dass der Struktur am Anfang zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Später verstrickt man sich dann in Kleinigkeiten, schweift beim Schreiben ab, löscht ganze Textabsätze wieder und verplempert damit unnötig viel Zeit. Wer von vornherein eine passable Struktur schafft, arbeitet später grundsätzlich effektiver.

Und wie sieht eine gute Struktur aus? Das variiert natürlich von Fall zu Fall und hängt vom Thema und der Problemstellung ab. Eine gute Struktur sollte in jedem Fall einen roten Faden erkennen lassen. Oftmals ist es hilfreich, sich vorzustellen, dass ein*e Leser*in, der*die keine Ahnung vom Thema Ihrer wissenschaftlichen Arbeit hat, das Geschriebene verstehen soll. Am besten geht man Schritt für Schritt vor: Nach der Einleitung folgt eine Einführung der wichtigsten Begriffe, Fakten und Methoden. Auf dieser Grundlage kann man das Problem oder die Fragestellung schildern, der die Seminararbeit oder Masterarbeit auf den Grund gehen soll. Danach folgen eine Auseinandersetzung mit möglichen Lösungsansätzen und deren Bewertung. So führen Sie die Lesenden auf direktem Wege zu Ihrem Fazit.

Der Inhalt Ihrer wissenschaftlichen Arbeit

Wenn die Struktur steht, geht es eigentlich nur noch darum, das Ganze mit Leben zu füllen. Dabei ist es nicht wichtig, von Anfang an perfekte Formulierungen zu finden, sondern erst einmal, Inhalte in Form von Stichpunkten, Wortgruppen oder Rohtext zu produzieren. Beim erneuten Durchlesen fallen einem dann meistens schon bessere Formulierungen ein, und der Text verdichtet sich nach und nach ganz von selbst.

Analog zum Aufbau Ihrer Arbeit sollten Sie auch im Schreibprozess der Verständlichkeit die höchste Priorität beimessen.

Gute Überschriften sind unverzichtbar.

Wissenschaftliche Arbeiten sind bisweilen schwere Kost. Manche lesen sich zäh wie Gummi, und häufig muss man Sätze mehrmals durchgehen, um sie tatsächlich zu verstehen. Es liegt an Ihnen, den Lesenden das Thema so nachvollziehbar wie möglich zu vermitteln. Überschriften tragen dazu bei. Gut gewählt, bieten Sie dem Leser*der Leserin schon im Inhaltsverzeichnis einen Überblick darüber, was ihn*sie erwartet und machen ihn*sie im besten Fall neugierig auf den Inhalt Ihrer Bachelorarbeit. Auch Professor*innen und Dozent*innen, die Ihre Arbeit später bewerten, gewinnen hier einen ersten Eindruck, und der ist bekanntlich entscheidend.

Fazit

Sie erleichtern sich das Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit, wenn Sie im Vorfeld genau durchdenken, über was Sie schreiben und wie Sie es vermitteln möchten. Mit einer plausiblen Struktur, aussagekräftigen Überschriften und einem verständlichen Text können Sie ein komplexes Thema schlüssig und spannend vermitteln. Und das sollte das Ziel einer jeden wissenschaftlichen Arbeit sein.